Finanzierungsunterlagen
03. August 2026 · Rob Wiens
Bevor eine Bank einen Baukredit bewilligt, prüft sie zwei Dinge: ob du dir die Finanzierung leisten kannst (Bonitätsprüfung) und ob das Objekt selbst die nötige Sicherheit bietet (Objektprüfung). Für beides brauchst du eine ganze Reihe an Unterlagen. Die genaue Liste unterscheidet sich von Bank zu Bank etwas, aber die folgende Aufstellung – Beispiel einer regionalen Bank – zeigt sehr gut, womit du grundsätzlich rechnen solltest.
Je vollständiger du diese Unterlagen vorbereitet ins erste Gespräch mitbringst, desto schneller läuft die Prüfung – und desto seriöser wirkst du als Kreditnehmer.
Bonitätsprüfung: Kann ich mir das leisten?
Hier will die Bank sehen, wie stabil dein Einkommen ist, welche finanziellen Verpflichtungen du bereits hast und wie viel Eigenkapital du mitbringst.
– Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate: Der wichtigste Nachweis für ein regelmäßiges Einkommen.
– Renteninformation (Prognose bzw. Bescheid, inklusive Zusatzversorgungen): Zeigt der Bank die längerfristige Einkommensperspektive, besonders relevant bei langen Kreditlaufzeiten.
– Kontoauszüge der letzten drei Monate, von allen Konten, die nicht bei der finanzierenden Bank geführt werden: Damit prüft die Bank dein Zahlungsverhalten und bereits laufende Belastungen.
– Eigenkapitalnachweis: Kontoauszüge, Sparbücher, Depotauszüge oder Ähnliches – als Beleg, dass das angegebene Eigenkapital tatsächlich vorhanden ist.
– Darlehensvertrag und aktuelle Restschuld bei Krediten, die du bei anderen Banken laufen hast (sofern zutreffend): Fließt in die Berechnung deiner Gesamtbelastung ein.
– Steuer-ID und Personalausweis: Für die gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung.
Objektunterlagen: Ist das Grundstück bzw. Gebäude die Sicherheit wert?
Der zweite Block dreht sich um das Bauvorhaben selbst. Die Bank will genau wissen, was gebaut wird, was es kostet und ob das Grundstück rechtlich unbelastet ist.
– Aktueller Grundbuchauszug (Ausdruck maximal drei Monate alt): Zeigt Eigentumsverhältnisse und eingetragene Belastungen.
– Bei Eintragungen im Grundbuch Abteilung II: die zugrundeliegenden Verträge bzw. die Eintragungsgrundlage – etwa bei Wegerechten oder Nießbrauch.
– Flurkarte: Amtlicher Lageplan des Grundstücks mit Grenzen und Nachbarbebauung.
– Zeichnungen, Lageplan sowie Wohn- und Nutzflächenberechnung: Die konkreten Baupläne.
– Baubeschreibung: Detaillierte Angaben zu Bauweise, Materialien und Ausstattungsstandard.
– Kaufvertrag des Grundstücks (falls noch nicht im Eigentum).
– Bei Neubauten: Bauantrag bzw. Baugenehmigung.
– Kosten- bzw. Baukostenberechnung: Eine detaillierte Aufstellung aller Baukosten.
– Nachweis über Eigenleistungen: Ab 25.000 Euro verlangen die meisten Banken eine Aufstellung mit Bestätigung durch den Architekten.
– Aufstellung der förderfähigen Kosten bzw. Bestätigung zum Förderantrag durch den Energieberater: Relevant, wenn du KfW- oder BAFA-Förderungen einbindest.
Auch mit vollständigen Unterlagen ist die Prüfung damit oft nicht abgeschlossen – Banken fragen im Zuge der Prüfung häufig gezielt nach, wenn einzelne Angaben unklar sind oder zusätzliche Nachweise nötig werden. Plane dafür etwas Zeit ein und halte alle Dokumente digital griffbereit, dann lassen sich Rückfragen meist innerhalb weniger Tage klären.
Sobald der Kredit bewilligt ist, lohnt sich ein Blick in den Finanzplaner im Hausbau-Planer: Dort kannst du Kreditsumme, geplante und bereits erfolgte Auszahlungen an einem Ort im Blick behalten – und einzelne Auszahlungen direkt mit den passenden Bauaufgaben verknüpfen.